Stakeholdermanagement

Stakeholdermanagement als wesentlicher Erfolgsfaktor

Das Stakeholdermanagement ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren im Projekt. Jedoch mache ich immer wieder die Erfahrung, dass vermeintlich einfache Projekte spätestens zum Zeitpunkt der Einführung in schwieriges Fahrwasser geraten. So wird beispielsweise eine von allen Beteiligten im besten Sinne erstellte neue IT-Anwendung durch die Anwender abgelehnt. Der Widerstand macht sich dabei in unterschiedlichsten Ausprägungen bemerkbar: von der offenen Ablehnung der gesamten Applikation bis hin zum „Meckern“ über Kleinigkeiten. Was ist passiert?

Seitens des Projektteams wurden die möglichen Auswirkungen für die Anwender nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt. Denn nicht nur strukturelle Veränderungen einer Organisation wie die Neugliederung von Abteilungen sind ein Change Projekt. Auch die Einführung einer neuen Software kann von den Betroffenen als eine große Veränderung empfunden werden. Daraus kann die Angst resultieren, mit der neuen Software nicht zu Recht zu kommen, oder einfach nur die Sorge um den Verlust einer vertrauten Umgebung, in der man sich bestens auskannte.

Meine Empfehlung

Bereits bei der Stakeholder-Analyse, also in der ganz frühen Phase des Projektes, sollte der Fokus auf die Anwender gerichtet werden. Stellt das Projektziel aus Sicht der Betroffenen eine Veränderung dar? Wenn ja, dann kann mittels einer detaillierten Betroffenheitsanalyse der Grad der Veränderung für Teams oder Gruppen ermittelt werden. Und dann sollten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Maßnahmen geplant und umgesetzt werden, die Anwender mit in das Projekt einzubeziehen. Denn die Aussage „Betroffene zu Beteiligten machen“ heißt, dass Personen, die einbezogen waren und die Hintergründe für Entscheidungen kennen sowie das Projektziel mit beeinflussen konnten, den Projektergebnissen auch positiver gegenüberstehen. Und für das Projektteam selbst besteht der Mehrwert darin, dass die Anforderungen und Wünsche der Anwender besser verstanden und umgesetzt werden können. Und ein erfolgreich eingeführtes Projekt ist die beste Bestätigung und eine Motivation für Folgeprojekte.

Die Methoden sind einfach. In der Praxis benötigt der Projektleiter jedoch besondere soziale Kompetenzen in einer solchen Situation. Denn trotz Verhandlungsgeschick und Überzeugungskraft sind Konflikte nie ganz auszuschließen. Und da Konflikte die Tendenz zur Ausweitung und Verschärfung haben, macht den Sachverhalt nicht einfacher. Jedoch über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu agieren, ist keine Lösung, denn die Schwierigkeiten werden dann ungleich größer.

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